Dienstag, Januar 14, 2025

Depoteröffnung in der Praxis

Alexander Heiko Wagner
Wall Street, New York, United States

Für kurzfristige und oder langfristige Erfolge solltest du mindestens 1000 Euro zur Verfügung haben. Dies soll keinen Richtwert darstellen, aber mit nur 50 Euro finde ich es sinnvoller ein Tipico-Konto oder einen Spielbankenbesuch zu unternehmen. Spaß kostet Geld! Bei monatlichen Anlagesummen ist das Beispiel natürlich hinfällig und ein Sparplan kann entsprechen je Depotinstitut am Mindestanlagesummen geknüpft sein. Für ein Einzel- oder Gemeinschaftskonto müsst Ihr volljährig sein. Nun habt Ihr die Qual der Wahl euch für einen Online Broker zu entscheiden. Traditionelle Bank, Neobroker oder Direktbank. Über meine Seminararbeit könnt Ihr das Geschäftsmodell von Neobrokern nachlesen. Hier halten wir uns nun mal auf.

Auf vielen unterschiedlichen Webseiten könnt Ihr genügend Vergleiche betrachten. Diese umfangreichen Differenzierungen nerven mich, da es letztlich meistens nur darum geht wo ich am meisten spare. Ein Beispiel warum das nervt. Ich trinke sehr gerne Bier der Kulmbacher Brauerei AG ISIN: DE0007007007 (das tue ich wirklich) und möchte diese auch als Aktien handeln. Jetzt mach ich schnell ein Konto bei TradeRepublic um nur 1 Euro Transaktionskosten zu bezahlen (auf die Verrechnung von Kauf Und Verkaufsgebühren kommen wir später) und stelle fest, dass ich einen Broker bzw. eine Depotbank benötige wo man über den Börsenplatz München agieren kann. Trade Republic kann hiermit letztlich nicht dienen. Bei einer Direktbank unter die beispielsweise die flatexDegiro Bank AG oder die comdirect fallen, bieten zahlreiche Börsenplätze verhältnismäßig günstigere Konditionen für wiederkehrende und häufende Transaktionen/Trades. Letztlich bieten traditionelle Banken, meistens die eigene Hausbank wie Sparkassen oder Raifeisenbanken Wertpapierdepots an. Hausbanken stellen hierbei den Kunden/Aktionär/Anleger in den Vordergrund und beraten individuell und ausführlich über entsprechende Risiken und Chancen einzelner Produkte. Dabei steht der Service in jeglicher Hinsicht im Vordergrund, den beide erstgenannte Institutskategorien mit einem reinen Ausführungsgeschäft (sogenanntes „Execution Only") nicht bieten können. Hier liegt das Augenmerkt eines Wertpapierdienstleistungsunternehmen darauf, den Auftrag des Kunden so auszuführen, ohne zu prüfen, ob das Geschäft für den Kunden angemessen oder geeignet ist. Man muss jedoch hinzufügen, dass die Transaktionsgebühren bei traditionellen Depotbanken höher ausfallen als im Vergleich mit anderen. Letztlich liegt es im eigenem Ermessen eine Entscheidung zu treffen. Lasst euch hier nicht beeinflussen, überreden oder verunsichern, weil Vermögensentscheidungen eigene Entscheidungen sein müssen um nicht ins Grübeln zu kommen. Dabei hilft es sich Gedanken zu machen über das Sprichwort: Machs, oder Machs nicht.


Habt Ihr euch entschieden ist die Depoteröffnung ein standardisierter Prozess der meist überall gleich abläuft. Ihr müsst eure persönlichen Angaben mittels Webbrowser oder App eingeben und eine Mobilfunknummer hinterlegen, welche in der Regel für SMS als Transaktionsfreigabe benötigt wird. Manche Anbieter bieten auch separate Apps als Freigabemedium an. Viele Anbieter haben derart vereinfachte und standartisierte Prozesse, das eine Steuerpflichtigkeit in Deutschland Voraussetzung für die Eröffnung darstellet. Sind entsprechende oder andere Anbieterseitige Voraussetzungen erfüllt muss eine Legitimierung der eigenen Person mittels PostIdent oder Videochat durchgeführt werden. Mit Hilfe eines Coupons/Barcodes kann das Postidentverfahren in einer deutschen Postfiliale durchgeführt werden. Bei Hausbanken / Traditionellen Banken findet die Legitimierung meistens vor Ort statt. Ein eigenes erscheinen ist Pflicht und kann mittels Vollmacht nicht durchgeführt werden. Die Videochatoption ist ein ähnliches Verfahren, nur nicht in Physischer Form sondern digital per Kamera/Webcam oder ähnlichen Videoaufzeichnungsgeräten. Die Legitimierung dient letztlich der Identitätsprüfung und zur Abwehr von Identitätsbetrug.

Nach erfolgreicher formaler Antragsstellung erfolgt die Prüfung durch das jeweilige Institut und die Zugangsdaten werden entsprechend an den Kunden übermittelt. Hausbanken knüpfen eine Depoteröffnung oft an das bereits bestehende Girokonto, wodurch ein Legitimierungsprozess oder längerer Antragsweg hinfällig wird. Das eröffnete Depotkonto ist regelmäßig an ein Verrechnungskonto geknüpft, welches mit eingerichtet wurde oder bereits als Girokonto besteht. Folglich heißt es nun: Ohne Moos nix los. Ihr müsst für Wertpapieraufträge eine Einzahlung vornehmen, welche in der Regel vom hinterlegten Referenzkonto und/oder Kontoinhaber kommen muss. Die Geldwäschegesetze sehen Drittzahlungen entgegen und werden von den Instituten in der Regel direkt abgelehnt. Weiterhin gibt dir dein Institut vor, welche Referenzkonten hinterlegt werden können. Damit meine ich beispielsweise, Referenzkonten außerhalb Deutschlands, Fremdwährungskonten und Konten die keiner Bank angehören und als Dienstleister fungieren. Konkrete Informationen hierzu gibt dir dein ausgewähltes Institut. Es gibt hin und wieder im eigenem Account individuelle Einstellungen vorzunehmen um handlungsfähig zu sein. Einige Kontoanbieter haben Vollmachten oder eben nicht. Schlussendlich seid Ihr aber nun bereit und könnt am Wertpapiermarkt agieren und handeln. PS: Einzahlungen benötigen meist 2 Bankarbeitstage falls keine Sofort-/Blitzüberweisung gewählt wurde. Überweisungsaufträge laufen in einen Topf und werden mit vielen anderen Prozessen gleichzeitig ausgeführt, welche zu vordefinierten Zeiten erfolgen.